Wald-Kiefer – Baum des Jahres 2007

Die Wald-Kiefer (Pinus silvestris L.) ist „Baum des Jahres 2007“. Damit wird die Aufmerksamkeit auf keine seltene, sondern vielmehr auf die zweithäufigste Baumart in Deutschland – sie hat einen Anteil von 23 % der Waldfläche - gelenkt.

Hauptgrund für diese Entscheidung war die Anpassungsfähigkeit der Waldkiefer an Klimaextreme. So hat sie die Sommertrockenheit 2003 von allen heimischen Baumarten mit den geringsten Schäden überstanden. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Klimaerwärmung könnte die Waldkiefer in Mischbeständen und auf entsprechenden Standorten  wieder verstärkt berücksichtigt werden.

Ältere Wald-Kiefern – regional auch Kienbaum, Föhre oder Forche genannt – sind einfach zu erkennen: Ihr Stamm weist im unteren Bereich eine dunkle Schuppenborke und im oberen Bereich eine leuchtend rotgelbe „Spiegelrinde“ auf.

Die Wald-Kiefer hat in Mitteleuropa von allen heimischen Baumarten das größte Verbreitungsgebiet. Sie ist eine anspruchslose und standorttolerante Lichtbaumart, die bis zu 600 Jahre alt werden kann. Sie erreicht Baumhöhen von 35 Meter und ist wegen ihrer tiefgehenden Pfahlwurzel auch sehr standfest. Die Stärke der Wald-Kiefer liegt in der Besiedlung von Freiflächen und Extremstandorten sowie Katastrophenflächen (Pionierbaumart). Wegen ihrer geringen Ansprüche an den Boden und auch ihrer Frosthärte war sie an der Wiederbewaldung im 19. Jahrhundert entscheidend beteiligt.

Das Holz der Wald-Kiefer ist wegen des warmen Farbtons als Möbelholz sehr beliebt. Die harzreichen Kienspäne waren früher das einzige Beleuchtungsmittel. Überhaupt bildete die Harzgewinnung über einen sehr langen Zeitraum eine wichtige Nebennutzung. Kiefernölextrakte werden heute als Duft- und Massageöle, als Badezusatz und gegen Erkältungskrankheiten verwendet. Bernstein – das „Gold des Nordens“ – ist erhärtetes Harz von Kiefern, die vor 50 Millionen Jahren wuchsen.


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