Förderung 2007

Forstpolitische Ziele und Herausforderungen für die neue Förderrichtlinie
 
Rund 260 000 Hektar Nadelreinbestände im Privat- und Körperschaftswald müssen wegen der Klimaveränderungen in stabile Mischwälder umgebaut werden.
Ziel ist es, eine möglichst flächendeckende, naturnahe Bewirtschaftung aller bayerischen Wälder zu erreichen,
Die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse müssen zu eigenständigen, effizienten Selbsthilfeeinrichtungen weiter entwickelt werden,
Die Waldbesitzer müssen dazu mobilisiert werden, ihre Wälder zu pflegen. Damit untrennbar verbunden ist, die Holzreserven nachhaltig zu nutzen.
Die für die Pflege der Wälder notwendige Walderschließung muss fortgeführt werden.
 
 
Neuerungen bei der Förderung forstlicher Zusammenschlüsse
 FZUSR 2007
 
Investitionen:
 
Die Beschaffung neuer und neuwertiger Maschinen und Geräte wird voraussichtlich per LMS: vorerst ausgesetzt.
Es ist aber geplant Hackmaschinen und Wegepflegegeräte weiterzufördern.
 
Die Errichtung von Betriebsgebäuden wird zunächst nur im Zusammenhang mit der energetischen Verwertung von Waldholz gefördert. Der Grundstücksankauf wird generell nicht mehr gefördert.
 
Im Falle von Holzlager- und Aufarbeitungsplätzen wird der Grunderwerb auch in Zukunft gefördert. Eine Förderung ist generell auf den Fall großflächiger Schadereignisse beschränkt. Die Feststellung ob ein Schadereignis vorliegt wird vom Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Finanzen getroffen.
 
Erstmalige Investition in EDV Anlagen und Software: nur bei Fusionen (1 Jahr) als Ausnahme, sonst nicht mehr förderfähig.
 

 
Förderung von Waldbewirtschaftungs- und Waldpflegeverträgen
 
Einfacher Waldbewirtschaftungsvertrag
 
Jeder Vertrag wird mit 35 € jährlich gefördert. Fördervoraussetzung ist die Übernahme des Waldschutzes. Weitere Standards bezüglich der Vertragsinhalte werden noch bekannt gegeben.
Für Zusatzaufwendungen gibt es keine Förderung. Eine Förderung gibt es grundsätzlich nur für Privatwälder (gemäß BayWaldG und KWaldV).
Beim einfachen Waldbewirtschaftungsvertrag ist auch der Einsatz von nicht forstfachlich ausgebildetem Personal möglich.
 
Umfassende Waldpflegeverträge im Privatwald
 
Für die Ausführung ist forstfachlich ausgebildetes Personal verbindlich vorgeschrieben.
Als forstfachliche Ausbildung gilt der Abschluss Forsttechniker oder ein abgeschlossenes forstliches Studium an der Fachhochschule oder der Universität.
Für die Pflege eines Waldbesitzes < 2 ha gibt es 70 Euro pro Vertrag. Für Wald von über 2 bis 200 ha gibt es eine gestaffelte Förderung je nach Besitzgröße von 5 bis 35 Euro pro ha.
 
Für eine Vollzeitarbeitskraft werden dabei maximal 2000 ha Pflegefläche gefördert.
Die AK-Anteile, welche mit Waldpflegeverträgen belegt sind dürfen bei den Stellen für die Zusammenfassung des Holzangebotes nicht berücksichtigt werden (Ausschluss Doppelförderung).
 
Waldschutz und Verkehrssicherungspflicht werden als zwingende Voraussetzung gesehen und sind in die Fördersätze eingerechnet. Weitere Qualitätsstandards werden noch bekannt gegeben.
 
 
Überbetriebliche Zusammenfassung des Holzangebotes
 
Die überbetriebliche Zusammenfassung des Holzangebotes (= Mobilisierungsprämie für Holz nach GAK) wird weiterhin gefördert.
 
Wichtig:
Der Fördersatz beinhaltet die einzelbetriebliche Beratung sowie sonstige satzungsgemäße Aufgaben der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Die Holzmenge dient lediglich als Weiser für die Erfüllung dieser sonstigen Aufgaben.
 
Keine Förderung mehr bei Geschäftsbesorgung (13.6 GAK)
Grundfördersatz (GF) kann generell bis zu 0,50 €/fm betragen.
Zunächst wird er auf 0,40 €/fm festgesetzt, je nach Rahmenbedingungen (Haushalt, Holzmenge) muss der GF bei Bedarf der Finanzlage angepasst werden.
 
Der Auftrag des Bundeswaldgesetzes an die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse ist das Überwinden von Strukturnachteilen. Dazu kommt die Forderung der Verbände nach Kleinmengenzuschlägen und einer Förderung der Struktur.
 
Als praxistauglicher Lösungsansatz wurden differenzierte Fördersätze je nach jährlicher Vermarktungsmenge je Mitglied festgelegt.
 
Übersicht: Vermarktungsmenge je Mitglied und Kleinmengenzuschlag:
 
Vermarktete Menge (fm) je Mitglied und Geschäftsjahr
Zuschlag für Kleinmengen
Bezug: Grundfördersatz
- 25 fm
150 %
25,01 - 50 fm
100 %
50,01 - 100 fm
50 %
100,01 - 200 fm
25 %
> 200 fm
0 %
 
Der unterschiedlich hohe Aufwand für die Vermarktung von Holz der verschiedenen Baumartengruppen wird ebenfalls durch Zuschläge ausgeglichen.
 
Übersicht: Zuschlag je Baumartengruppe
 
Baumartengruppe
Zuschlag (Bezug: Grundfördersatz)
Laubholz
100 %
Kiefer/Lärche
30 %
Fichte /sonst. Ndh
0 %
 

Übersicht: Zuschläge in Euro nach Vermarktungsmenge je Mitglied und Baumartengruppe
 
Vermarktete Menge (fm) je Mitglied und Geschäftsjahr
Fichte           
Kiefer
Laubholz
- 25 fm
1,00 €/fm
1,12 €/fm
1,40 €/fm
25,01 - 50 fm
0,80 €/fm
0,92 €/fm
1,20 €/fm
50,01 - 100 fm
0,60 €/fm
0,72 €/fm
1,00 €/fm
100,01 - 200 fm
0,50 €/fm
0,62 €/fm
0,90 €/fm
> 200 fm
0,40 €/fm
0,52 €/fm
0,80 €/fm
 
 
Eine gewerbliche Selbstwerbung durch die FZus ist nur noch im Eigengeschäft möglich.
Werden Holzmengen von einem Zusammenschluss an eine gewerbliche Tochterfirma weitervermittelt, so muss die Aufgabenerledigung und die Abwicklung über das Konto des Forstlichen Zusammenschlusses nachgewiesen werden (keine reinen Prämienzahlungen).
Die personelle und räumliche Trennung zwischen Zusammenschluss und Tochtergesellschaft ( wegen Wettbewerbsrecht / Quersubventionierungsausschluss) ist künftig eine zwingende Fördervoraussetzung.
 
 
Die Effizienzkriterien für FBG/WBV en werden zukünftige wie folgt festgelegt:
 
 

Effizienzkriterien für eine FBG/WBV 

einzelbetriebliche Beratung muss als Aufgabe in der Satzung enthalten sein

Mindestmitgliedsfläche 4 000 ha (Übergangsfrist bis 31.12.2008)  oder mindestens 200 Mitglieder und 2000 ha (Übergangsfrist bis 31.12.2008)

Vermarktung 1,8 fm, Fichte, Vermarktung 1,05 fm Kiefer / Laubholz aus dem GJ 2006 (Übergangsfrist: auch für GJ 2007 möglich)

Erstellung einer Mitgliederdatei nach abgesprochenen Kriterien bis 31.12.2008

 
 
Neuerungen bei der Förderung forstlicher Forstwirtschaftliche Vereinigungen
 
Die Förderhöchstgrenzen werden auf 20.000 € angehoben (Änderung durch Vorgabe des StMF)
Die Nachweisung der vermittelten Holzmengen kann auch über die Prämienzahlungen (Holzkäufer oder Mitglieder) erfolgen. Dies muss vorher festgelegt werden.
 
Für die forstwirtschaftlichen Vereinigungen werden folgende Effizienzkriterien eingeführt:
 
 

Effizienzkriterien für eine FV 

Mindestens 60% der FBG/WBV en im Vereinsgebiet sind Mitglieder in der FV

Eine Mindestmenge von 50 000 fm Fichte oder 30 000 fm Laubhölzer bei der Koordinierung des Holzabsatzes

 
 
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26.04.2007

Neuerungen bei der Förderung forstlicher Zusammenschlüsse(FZUSR 2007)

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Haben Sie nähere Fragen? Die FV-Schwaben berät Sie gerne.


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