Unfallbilanz 2006

In Bayern verunglückten 2006 rund 5000 Personen im Wald. Viele wurden dabei so schwer verletzt, dass sie mit bleibenden Schäden weiterleben müssen.

33 Menschen verloren bei der Arbeit im Wald ihr Leben. Im Bereich Niederbayern/Oberpfalz und Schwaben wurden 22 Personen getötet.

Abb. 1: Unfälle bei der Waldarbeit (von 1990 bis 2006 im Bereich Niederbayern/Oberpfalz und Schwaben)

Nach den bisherigen Erfahrungen dürfte als Ursache für den deutlichen Anstieg der Unfallzahlen im letzten Jahr der gestiegene Holzeinschlag zu werten sein.

 

Abb. 2: Entwicklung der Waldunfälle von 2000 bis 2006 in Prozent der Gesamtunfallzahlen (LSV Niederbayern/Oberbayern und Schwaben)

Während die Anzahl der landwirtschaftlichen Arbeitsunfälle in den letzten zehn Jahren immer mehr abnimmt, zeigt die Anzahl der Waldunfälle eine zunehmende Tendenz. Mit einem Anteil von 15 % an den Gesamtunfällen haben die Waldunfälle einen neuen Höchststand erreicht.

Auffällig ist, dass Männer in der Altersgruppe über 60 Jahre besonders häufig schwere Unfälle erleiden.

 

Abb. 3: Anteil der bei Waldunfällen getöteten Personen und Anteil der insgesamt getöteten Personen von 2000 bis 2006

LSV Niederbayern/Oberpfalz und Schwaben

 bei Waldunfällen getötete Personen          insgesamt getötete Personen

Fast 60 % der getöteten Personen haben bei der Waldarbeit ihr Leben verloren.

Während sich die Anzahl der Unfälle im Forst um 17 % erhöht hat, ist die Anzahl der bei der Waldarbeit tödlich verunglückten von 2005 auf 2006 um 55 % nach oben geschnellt.


Abb. 4: Gemeldete tödliche Unfälle in der Land- und Forstwirtschaft 2007 für den Bereich Schwaben

2. Bei Fällarbeiten von Schlepper überrollt worden
3. Von Scheunentor erdrückt worden, das vom Sturm „Kyrill
Angeln gehoben wurde
9. Zwischen Feldspritze und Oberlenker eingequetscht
13. Beim Misten von Schumpen niedergetrampelt worden
15. Mit Schlepper überschlagen und eingequetscht worden
17. Bei der Rückfahrt von der Jagdausübung mit seinem Motorroller von einem entgegenkommenden PKW erfasst und getötet worden
19. Bei Erntearbeiten in der Tenne von Holzleiter gestürzt 
21. Mit Schlepper von Zug erfasst worden

 

Im Jahr 2007 wurden bisher wieder zehn Personen getötet.

Jeder tödliche Unfall trifft nicht nur den Verunglückten selbst sondern eine Vielzahl von Menschen aus seinem Umfeld.  Seine Familie, Ehefrau, Kinder, Eltern, Geschwister und weitere Verwandte. Dazu kommen noch Freunde, Bekannte, Nachbarn, Arbeitskollegen, Vereinskollegen, Geschäftspartner. Diese Liste kann jeder für sein soziales Umfeld vervollständigen.

Vor die Arbeit im Wald beginnt muss jeder für sich selbst prüfen, ob er körperlich dazu in der Lage ist und ob er über die notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt.

Weiterbilden können Sie sich mit Motorsägenkursen Ihres Amtes für Landwirtschaft und Forsten oder der zuständigen Forstbetriesgemeinschaft/Waldbesitzervereinigung. Eine grundlegende Ausbildung bietet die Waldbauernschule Goldberg (www.waldbauernschule.de).

Der sicherste Weg ihr Holz zu ernten ist die hochmechanisierte Holzernte.

Der Rat der LSV:

Übergeben Sie gefährliche Waldarbeiten, insbesondere Baumfällungen, an Forstprofis oder andere Dienstleister!


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